Fax ohne Kupferleitung: Was auf kleinere Gesundheitsdienstleister und Praxen jetzt zukommt

Die Abschaltung von Kupferleitungen verändert bereits heute, wie kleinere Gesundheitsdienstleister wichtige Dokumente versenden und empfangen. Damit wächst auch der Druck, bestehende Fax-Workflows zu modernisieren.

In vielen kleineren Einrichtungen des Gesundheitswesens – von Haus- und Facharztpraxen bis hin zu mittelgroßen Krankenhäusern – waren Kupfer-Telefonleitungen über Jahrzehnte die Basis für eines der zuverlässigsten Kommunikationsmittel: das berühmt-berüchtigte Faxgerät. Besonders modern war es nie, aber es funktionierte.

Und in vielen Einrichtungen bildet eine einzige Faxleitung noch immer das Rückgrat für die Übermittlung von Überweisungen, Laborergebnissen und Versicherungsunterlagen sowie für die Koordination der Patientenversorgung.

Doch die Voraussetzungen ändern sich. Da Telekommunikationsanbieter POTS-Leitungen (Plain Old Telephone Service) schrittweise außer Betrieb nehmen, wird eine Infrastruktur, die lange als stabil galt, zunehmend unzuverlässig und teuer. In manchen Regionen ist sie bereits gar nicht mehr verfügbar.

Was bedeutet die Stilllegung der Kupferleitungen für kleinere Gesundheitsdienstleister? Welche Risiken entstehen, wenn sie weiterhin auf eine veraltete Fax-Infrastruktur setzen? Und welche Möglichkeiten bieten Cloud und KI, um wichtige Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen zu modernisieren?

Warum das Fax weiterhin wichtig ist – und was passiert, wenn es nicht mehr zuverlässig funktioniert

Elektronische Patientenakten haben sich in vielen Bereichen etabliert. Trotzdem ist das Fax nach wie vor fester Bestandteil der täglichen Abläufe in Hausarztpraxen, Facharztpraxen und mittelgroßen Krankenhäusern. Überweisungen, Laborergebnisse, Versicherungsgenehmigungen, Entlassungsberichte und Anfragen nach Krankenakten werden weiterhin täglich per Fax übermittelt.

Gleichzeitig bestehen nach wie vor Lücken bei der Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen für elektronische Patientenakten. Das gilt insbesondere für kleinere Netzwerke, die keine einheitliche Plattform nutzen. In diesen Umgebungen bleibt das Fax häufig die zuverlässigste Möglichkeit, Dokumente sicher auszutauschen.

Gerade kleinere Gesundheitsdienstleister und Praxen arbeiten jedoch häufig mit wenigen Mitarbeitern, eingeschränkter technischer Ausstattung und begrenzten IT-Ressourcen. Ein einzelnes Faxgerät ist dort nicht einfach nur ein weiteres Kommunikationsmittel, sondern kann für den laufenden Betrieb entscheidend sein. Fällt die zugrunde liegende Kupferinfrastruktur aus oder wird instabil, sind die Folgen schnell spürbar: Übertragungsfehler nehmen zu, Leitungen sind häufiger besetzt und Dokumente kommen unvollständig oder verzerrt an. Mitarbeiter müssen erneut senden, nachtelefonieren und Fehler suchen.

Aus solchen zunächst kleinen Problemen können schnell größere Verzögerungen entstehen. Kommt eine Überweisung in einer Hausarztpraxis nicht rechtzeitig an, kann sich der Termin beim Facharzt verzögern. Treffen Unterlagen in einer Fachklinik unvollständig ein, stehen möglicherweise wichtige Informationen für Behandlungsentscheidungen nicht rechtzeitig zur Verfügung. In mittelgroßen Krankenhäusern können Übertragungsfehler wiederum Entlassungsprozesse verzögern und damit Auswirkungen auf Patientenfluss, Bettenverfügbarkeit und Erstattungsfristen haben.

Das eigentliche Problem ist dabei nicht das Fax selbst. Es ist die veraltete Infrastruktur, auf der es vielerorts noch basiert.

Fax modernisieren: Mit Cloud und KI zu effizienteren Abläufen

Die Lösung muss deshalb nicht darin bestehen, das Fax abzuschaffen. Sinnvoller ist es, die Technologie an die heutigen Anforderungen im Gesundheitswesen anzupassen. Cloud-basierte Faxlösungen, die speziell für diesen Bereich entwickelt wurden, ermöglichen genau diesen Schritt.

Digitale Faxlösungen wie die von OpenText lösen die Kommunikation von physischer Hardware und Kupferleitungen. Stattdessen entstehen sichere, softwarebasierte Workflows, auf die Teams unabhängig vom jeweiligen Gerät und Standort zugreifen können.

Zusätzliche Möglichkeiten eröffnet die Integration von KI. Eingehende Faxe müssen nicht mehr ausschließlich manuell verarbeitet werden: KI kann wichtige Daten aus Dokumenten extrahieren, darunter Patienten-, Überweisungs- und Versicherungsinformationen. Auch mehrseitige Dokumente lassen sich zusammenfassen, sodass Ärzte und Mitarbeiter relevante Informationen schneller erfassen können.

Darüber hinaus können Dokumente intelligent und automatisiert weitergeleitet werden, beispielsweise an die zuständige Abteilung, den jeweiligen Leistungserbringer oder direkt an die entsprechende Patientenakte. Gerade für kleinere Praxen und mittelgroße Krankenhäuser kann das den Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren. Überweisungen lassen sich schneller bearbeiten, Laborergebnisse zeitnah prüfen und Versicherungsprozesse effizienter abwickeln. Gleichzeitig können Dokumente präziser in Patientenakten indexiert werden, wodurch Fehler und Verzögerungen reduziert werden.

Mehr Effizienz und Sicherheit für die Patientenversorgung

Die Modernisierung der Fax-Infrastruktur verbessert nicht nur die Effizienz. Sie kann auch dazu beitragen, die Genauigkeit der Prozesse zu erhöhen und die Einhaltung der HIPAA-Vorgaben zu unterstützen.

Eine sichere Cloud-Fax-Plattform verschlüsselt Daten sowohl während der Übertragung als auch bei der Speicherung und ermöglicht detaillierte Prüfpfade sowie rollenbasierte Zugriffskontrollen. Gleichzeitig reduziert der geringere Einsatz physischer Geräte und papierbasierter Prozesse das Risiko, dass Dokumente verloren gehen oder von Unbefugten eingesehen werden.

Besonders relevant für kleinere Gesundheitsdienstleister ist jedoch ein weiterer Aspekt: Moderne Cloud- und KI-Technologien ermöglichen ihnen den Zugang zu automatisierten und sicheren Prozessen, für die früher umfangreiche IT-Ressourcen erforderlich waren. Damit können auch kleinere Einrichtungen ihre Fax-Workflows modernisieren, den administrativen Aufwand reduzieren und gleichzeitig die zuverlässige Kommunikation rund um die Patientenversorgung sicherstellen.

Alex Martinez

Alex is a Senior Product Marketing manager at OpenText with over 20 years experience working with customers and partners across multiple verticals with a strong focus on the Healthcare and Financial Services markets. He is keen on guiding customers through their digital transformation journey, taking a solution-oriented approach to solving their day-to-day problems.